Über Pflegeberufe wird viel geredet und veröffentlicht. Oft gibt es gar widersprüchliche Meldungen aus Zeitung, Internet und TV. Die Pflege ist ein sehr persönlicher Beruf und somit werden viele Geschichten und Vorurteile auch schlicht per Mundpropaganda weitergegeben. Wir räumen mit diesen Irrtümern auf und stellen Ihnen heute die 10 größten persönlichen Irrtümer in der Pflege dar.

1. Ich werde doch selbst kein Pflegefall!

 

Auch wenn diese Aussage sehr persönlich ist und es hier auf jeden Einzelnen ankommt, gibt es doch Statistiken, die diese Aussage widerlegen. Ab dem dreißigsten Lebensjahr kommt jeder zweite Mann im Leben in eine Situation, in der er pflegebedürftig wird. Bei Frauen sind es drei von vier. Zu erklären ist diese Abweichung mit dem allgemein gesünderen Lebensstil von Frauen und der bis zu fünf Jahre höheren Lebenserwartung.

2. Wenn ich pflegebedürftig werde, dann erst im hohen Alter!

 

Auch bei diesem Argument sprechen landesweite Statistiken eine eindeutige Sprache. Die Wahrscheinlichkeit Pflege in Anspruch nehmen zu müssen steigt zwar mit den Jahren, doch Pflege im Allgemeinen ist keine Frage des Alters. Verkehrs- oder Arbeitsunfälle sowie unvorhergesehene Krankheiten können jeden von uns – unabhängig vom Alter – zu einem Pflegefall machen!

3. Sollte ich Pflege in Anspruch nehmen müssen, dann nur über einen kurzen Zeitraum

 

Durchschnittliche Pflegedauern betragen laut einer Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mehrere Jahre. Dass Pflegedienstleistungen lediglich über kurze Zeiträume in Anspruch genommen werden müssen, bleibt unglücklicherweise mehr Wunschdenken als Realität.

4. Meine Familie kümmert sich im Pflegefall persönlich um mich

 

Die Mehrheit aller Personen möchte Ihrer Familie im Pflegefall nicht unnötig zur Last fallen. Kommt es in der Realität allerdings zum Pflegefall, so wird zunächst die Familie zur Hilfe gebeten. In Zukunft wird dies aufgrund der demografischen Entwicklung allerdings zunehmend schwieriger, sodass professionelles Personal unabdingbar wird. Zu beachten ist auch, dass die Familie keinesfalls professionelle Kräfte ersetzen kann und mit höherer Pflegestufe auch das Anforderungsprofil an die Pflege steigt.

5. Ich habe doch mit der gesetzlichen Pflegeversicherung vorgesorgt – Das reicht aus!

 

Unglücklicherweise reicht die gesetzliche Pflegeversicherung nicht aus. Lediglich Anteile der Pflegekosten werden von dieser übernommen. Bei professioneller Pflege werden sehr schnell mehrere hundert bis fast dreitausend Euro monatlich zusätzlich fällig. Private Pflegevorsorge ist somit unabdingbar!

6. Mein laufendes Einkommen reicht aus um die Pflegekosten zu Stämmen

 

Auch hier zeigt die Statistik den Unterschied zwischen Realität und Wunschdenken auf. Mehr als 16% aller Pflegebedürftigen benötigt soziale Unterstützung durch Zuschüsse vom Staat. Besonders über lange Zeiträume kann professionelle Pflege ein Vermögen kosten. Sorgen Sie deshalb gewissenhaft vor.

7. Die gesetzliche Pflegeversicherung sorgt dafür, dass ich in keine prekäre Situation komme

 

Die deutsche Gesellschaft schrumpft und altert sehr schnell. Zunehmend viele alte Personen kommen auf wenige junge Menschen. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist deshalb schon jetzt stark defizitär. Was heute gesetzlich geleistet wird, bedeutet nicht, dass dies in Zukunft ebenfalls übernommen wird. Seien Sie nicht auf die gesetzliche Versicherung angewiesen, sondern sorgen Sie jetzt persönlich vor und seien Sie der Schmied Ihres eigenen Glückes.

8. Medizinischer Fortschritt schützt vor langjähriger Pflegebedürftigkeit

 

Mit glücklicherweise wachsender Lebensdauer, steigen zum Erstaunen der meisten Menschen auch die Anzahl chronisch kranker Menschen, die langjährige pflegerische Betreuungen in Anspruch nehmen müssen. die längere Lebensdauer und der damit im Zusammenhang stehende Anstieg gerontopsychiatrischer Symptomatik sorgen hier für erhöhten Pflegebedarf.

9. Ausländische Pflegekräfte sorgen zukünftig für günstige Pflege

 

In der deutschen Pflegelandschaft sind zunehmend ausländische Pflegekräfte zu beobachten. Ob aus Polen oder Thailand, qualifizierte Pfleger sind gefragt und werden händeringend gesucht. Zu einem drastischen Preisverfall wird dies in Zukunft aufgrund der sehr viel stärker steigenden Anzahl der Bedürftigen aber nicht führen!

10. Private Vorsorge kann ich mir nicht leisten

 

Fakt ist: Sie können es sich nicht leisten KEINE private Vorsorge zu betreiben. Niemand will seinen Kindern oder Freunden zur Last fallen. Weder persönlich durch Pflege noch durch finanzielle Bedürftigkeit. Werden Sie jetzt aktiv und informieren Sie sich zu Möglichkeiten der privaten Vorsorge – Es lohnt sich.

 

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