Reform der Pflegeberufe ist auf dem Weg

Die generalistische Pflegeausbildung soll kommen: Das Bundeskabinett hat jetzt den Gesetzentwurf abgenickt. Die Reform soll dazu dienen, mehr Menschen für Pflegeberufe zu begeistern. Bei Opposition, Arbeitgebern und Gewerkschaften regt sich Widerstand.

 

BERLIN. Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Pflegeberufe ins parlamentarische Verfahren weitergeleitet. Mit dem Gesetz soll eine generalistische Ausbildung eingeführt werden. Alten- und Krankenpflege sowie Kinder- und Jugendkrankenpflege sollen darin aufgehen.

Zu diesem Gesetzesentwurf werden kritische Stimmen bei den Ärzteverbänden, den Arbeitgebern in der Altenpflege, den großen Gewerkschaftsverbänden, den Oppositionsparteien, bei Pflegepolitikern der Unionsfraktion sowie auch in den Ländern laut.

"Wir bringen das Pflegeberufsgesetz in der Überzeugung auf den Weg, dass es den Pflegeberuf attraktiver macht", sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im Anschluss an die Kabinettssitzung.

Je breiter die Entwicklungs- und Aufstiegsperspektiven angelegt würden, desto mehr erhöhe sich die Durchlässigkeit zwischen Alten- und Krankenpflege.

Ziel ist es den Altenpflegeberuf aufzuwerten

"Wir sind davon überzeugt, dass mit der Reform der Altenpflegeberuf aufgewertet wird", warb Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) für das Projekt.

Ziel der geplanten Reform ist es, mehr Menschen für die Pflegeberufe zu gewinnen.

Nachfolgend die wesentlichen Punkte des Gesetzentwurfes, der die Kosten der Pflegeausbildung von 2,4 auf mehr als 2,7 Milliarden Euro im Jahr ansteigen lässt:

  •  Einführung einer "vereinheitlichten Ausbildung" mit dem Abschluss Pflegefachfrau und -mann. Die bisherigen Berufsbilder Altenpflege, Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderpflege sollen in diesem neuen Berufsbild aufgehen, um somit fachübergreifende Kompetenzen zu schaffen.
  • Das in einigen Ländern noch übliche Schulgeld für die Altenpflegeausbildung soll gestrichen werden. Stattdessen sollen alle Auszubildenden eine angemessene Ausbildungsvergütung erhalten.
  • Ergänzend zur beruflichen Ausbildung sollen berufsqualifizierende Studiengänge eingeführt werden.

Längere Übergangsfristen sind vorgesehen

Der Kabinettsentwurf sieht deutlich längere Übergangsfristen vor. Noch bis Ende 2023 sollen das bisherige und ab 2018 das neue Ausbildungssystem parallel laufen.

Kritiker fürchten, dass durch die Reform die Zahl der Auszubildenden in der Pflege sinken wird. "Gröhe und Schwesig müssen ihr übereiltes und gefährdendes Reformvorhaben stoppen", meldete sich Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) zu Wort.

Auch die Fraktionen der Grünen und Linken im Bundestag sprachen sich gegen die Reform aus. "Schon jetzt ist absehbar, dass viele berufsspezifische Ausbildungsinhalte verloren gehen", sagte die Pflegeexpertin der Linken Pia Zimmermann.

Auf Gegenkurs zu diesem Vorhaben sind auch die Kinder- und Jugendärzte.

 

Quelle: http://der-pflegeblogger.de/

11.02.2014 | 2129 Aufrufe

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